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Gifte

Die Gifte
Schlangengifte lassen sich grob in zwei große Gruppen teilen, Neurotoxine und Hämotoxine.

Neurotoxine Gifte (Nervengifte)
Nervengifte wirken auf Nervenzellen bzw. das Nervengewebe. Es stört vor allem Membranproteine, was bedeutet, dass das Gehirn zum einen keine Nachrichten an die Muskulatur senden kann, was zu Lähmungserscheinungen an Fingern, Zehen, Armen und Beinen führen kann. Zudem lähmen sie den Teil des Gehirnes, der für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktion notwendig ist. Die Lunge erhält keinen Befehl zum arbeiten, und stellt Ihre Tätigkeit ein. Im Normalfall erstickt das Opfer an Lungenversagen. Übrigens gelten auch Alkohol und Nikotin als neurotoxische Gifte.

Hämotoxine Gifte (Blutgifte)

Hämotoxine
(Hämo=Blut, Toxin=Gift) greifen das Blut-, Blutgerinnungs- oder Blutbildungssystem durch Schädigung des Knochenmarks und der roten Blutkörperchen an. Das führt neben Narbenbildung, Wundbrand, Schwellungen ggf. bis zur dauerhaften Unbeweglichkeit betroffener Gliedmaßen. Starke Blutungen und Schwierigkeiten bei der Versorgung des Körpers mit erhöhen die Gefahr eines Kreislaufkollaps. Die extremen Schmerzen werden in der Literatur mit "schlimmer als Verbrennungen 3. Grades" beschrieben. Die Schädigungen können mitunter so stark sein, dass das aus Nase, Mund, Augen, Ohren und After austretende Blut zum Tod durch Verbluten führt. Hämotoxine Schlangengifte haben eine gelbliche bis orange Färbung. Sie kommen häufig bei Grubenottern und Vipern vor.

Schlangengifte
Das Gift der Vipern und Grubenottern besteht überwiegend aus cytotoxischen (Hämotoxin) Giften. Ein Vipernbiss verursacht starke Schmerzen die sich über das ganze Glied und in manchen Fällen sogar über den ganzen Körper ausbreiten. Es bildet sich eine Polyneuritis (Überempfindlichkeit der Nerven) wodurch jede Berührung starke Schmerzen verursacht. Diese Schmerzen ziehen sich über den gesamten Heilungsprozess. Die Körpertemperatur kann nach einem Biss leicht absinken, doch nach einiger Zeit kann starkes Fieber auftreten. In den meisten Fällen bildet sich ein Ödem an der Bissstelle, also Flüssigkeitsansammlungen im Lymphgewebe. Das Körpergewebe kann so stark durch das Gift beschädigt werden, dass manchmal sogar eine Amputation nötig wird. Durch Hämorrhagien (Auflösung der Blutgefäße) kommt es oft zu inneren Blutungen, Bluterbrechen, Nasen- und Zahnfleischbluten, Darmblutungen und blutigem Urin. Der Puls steigt schnell an und der Blutdruck fällt rapide es droht ein Kreislaufkollaps. Bei Blutuntersuchungen ist oft eine erhöhte Anzeige an weißen Blutkörperchen zu verzeichnen. Der Patient hat starken Durchfall und muss regelmäßig erbrechen. Bei einem schweren unbehandelten Biss stirbt das Opfer an Kreislaufkollaps und starken inneren Blutungen.

Das Gift der Giftnattern (Mambas, Kobras, Korallenschlangen, Seeschlangen und nahe Verwandte) besteht, neben weiteren Enzymen, hauptsächlich aus neurotoxischen Giften. Bei einem Kobrabiss treten folgende Symptome auf: Der Blutdruck ist meist sehr niedrig, das Opfer spürt ständige Müdigkeit, allgemeine Schwäche und Sehstörungen. Ein Herabfallen der Augenlieder durch Lähmung der Augenmuskulatur (Ptose) ist nicht selten. Der Patient hat Probleme mit der Atmung und fühlt sich als wenn seine Luftröhre zusammen gedrückt wird und die Speicheldrüsen produzieren übermäßig viel Speichel, was so stark werden kann das der Patient Gefahr läuft zu ersticken. Das Atmen wird durch Lähmung der Zwerchfell - und Toraxmuskulatur immer schwieriger, bis letztendlich der Erstickungstod eintritt. Nach dem Biss einer Giftnatter kann der Tod innerhalb weniger Minuten eintreten. Überlebt das Opfer den ersten Tag, stehen die Überlebungschancen gut.

Maßnahmen zur ersten Hilfe nach Giftschlangenbissen:
Die wichtigste Erstmaßnahme besteht darin das Opfer zu beruhigen, denn der Schock kann so stark sein das er die eigentlichen Symptome überwiegt. Also keine Panik, Ruhe bewahren und hin legen. Wurde der Betroffene in die Hand gebissen, müssen Ringe Armbänder und Uhren entfernt werden. Das betroffene Glied muss ruhig gestellt werden und auf gar keinen Fall darf an der Bissstelle herummanipuliert werden, sprich aufschneiden, ausbluten lassen oder der gleichen. Ein Vipernbiss sollte auf gar keinen Fall abgebunden werden, dies ist nur bei Giftnattern angebracht. Es gibt auch kleine Saugpumpen, die direkt nach einem Biss angewendet werden können (erhältlich in der Apotheke), um ein wenig Gift aus der Wunde saugen zu können. Doch auch dies ist fraglich und der gewünschte Erfolg bleibt meist aus. Nach dem Ruhigstellen des betroffenen Gliedes und der gebissenen Person sollte man sich sofort in medizinische Behandlung begeben. Nicht in jedem Fall wird ein Serum eingesetzt, manche Personen können auch einen anaphylaktischen Schock erleiden und daran sterben. Jedoch bei einem Kobrabiss wird meistens das Antivenin "CroFab" verabreicht. Je nach schwere des Bisses können bis zu 12 Ampullen (10 ml pro Ampulle) aufgebraucht werden um die Symptome in den Griff zu bekommen.