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Schlangen und ihre Zähne

An den Bissabdrücken lassen sich Rückschlüsse treffen, ob es sich eher um eine giftige oder eine ungiftige Schlange handelt. Viele kleine, in zwei Reihen hintereinander stehende Abdrücke werden als "Aglyph" bezeichnet. Das deutet auf eine ungiftige Schlange hin. Zwei relativ große Abdrücke weisen auf Einstiche von Giftschlangen hin. Hier werden drei unterschiedliche Typen unterschieden:

Tigerotter Koenigskobra

 

Hundskopfboa

 

Solenoglyphe Giftschlagen
Zu den solenoglyphen Giftschlangen gehören die Gattungen Crotalus, Agkistroden, Bothrops, Bitis und Trimeresurus. Im vorderen Oberkiefer liegt ein Paar großer hohler Giftzähne, die vergleichbar einer Injektionsnadel funktionieren. Im "Ruhezustand" liegen die Zähne eingeklappt in einer Schleimhautfalte am Gaumen. Sie haben nur eine begrenzte Einsatzdauer. Sie werden regelmäßig abgestoßen und durch die dahinter liegenden Reservezähne ersetzt. Beim Zubeissen werden die Giftzähne blitzschnell aufgerichtet. Durch Muskelkontraktion auf die Giftdrüsen wird ein Teil des Giftes in die Beute gespritzt.

Proteroglyphe Giftschlangen
Zu den proteroglyphen Giftschlangen gehören die Seeschlangen (Hydrophiidae) und die Giftnattern (Elapidae) wie z.B. Kobras und Mambas. Im Vergleich zu den solenoglyphen Giftschlangen stehen die vordersten Oberkieferzähne senkrecht und sind nicht beweglich.

Ophisthoglyphe Giftschlangen
Für Menschen kaum gefährlich sind die ophisthoglyphe Giftschlangen, zu denen einige Gattungen der Nattern (Colubridae) gehören. Ausnahmen sind die Boomslang (Dispholidus typus) und die Lianennatter (Thelotornis kirtlandii), deren sehr starkes Gift auch für Menschen tödlich sein kann. Die Giftzähne ophisthoglyphe Giftschlangen liegen weit hinten im Oberkiefer und treten nur dann in Funktion, wenn ein Beutetier (oder ein Körperteil wie z.B. ein Finger) tief genug in den Rachen der Schlange gerät.