Skorpione
Skorpione gehören zu den Spinnentieren. Sie umfassen ca. 1.200 Arten. Skorpione sind fast über die ganze Erde verbreitet, bewohnen aber vornehmlich die tropischen und subtropischen Bereiche der Erde. Sie sind hauptsächlich nacktaktiv und leben eher zurückgezogen. Wird es dunkel, begeben sich die Tiere auf die Jagd. Sie ergreifen ihr Opfer mit den Pedipalpen (Scheren) um diese zu zerquetschen oder festzuhalten, während der Stachel eine schwache Stelle am Körper sucht um dann ihr lähmendes neurotoxisches Gift zu injizieren. Ist das Opfer gelähmt, kann es in Ruhe verspeist werden.
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| Hadrurus arizonensis | 3 Wochen alte L. quinquestriatus |
Taxonomie
Die Gliederungen im Tier - und Pflanzenreich gehen auf "Linné´" zurück. Dieser Systematiker unter den Naturforschern hat begonnen die bekannten Tiere zu benennen und in ein Gesamtsystem einzufügen. Ein solches System nennt man "Taxonomie". Taxonomien sind einem ständigen Wandel unterworfen, denn es kommen immer neue Erkenntnisse hinzu. Denn immer wieder werden neue Tiere oder Pflanzen entdeckt, so das sich wissenschaftliche Einteilungen (Taxonomien) ständig ändern.Zum Beispiel bei den Vogelspinnen haben in den letzten Jahren die Veränderungen stark zugenommen, aber auch bei den Skorpionen werden immer wieder neue Arten entdeckt.Im folgenden zeige ich ein solches Taxonomie - Gebilde auf damit auch der Laie einen Eindruck von der Komplexität zoologischer Systematik bekommt. Wissenschaftliche Taxa kommen in der Regel aus dem Lateinischen oder Grieschischem.Der Aufbau der Namen ist strengen, überall gültigen Normen unterstellt, deren Erklärung diesen Rahmen sprengen würde. Kommen wir nun zu unseren Arachniden, sie gehören zu den Arthropoda, den Gliederfüßern.
Arthropoda (Gliederfüßer)
- Uniramia (dazu gehören: Insecta oder Hexapoda, Chilopoda, Diplopoda, Symphyla, Pauropoda)
- Chelizerata (dazu gehören: Arachnida - Spinnentiere, Merostomata - Pfeilschwänze, Pantopoda - Asselspinnen)
- Crustacea (z.B. Krebstiere)
- Pentastomida (Zungenwürmer)
Neben dieser Taxonomie existieren andere, die noch mehr differenzieren.Die "Arthropoda" bezeichnet man als "Stamm", die Unterteilungen als "Unterstämme".Die Arachniden oder Spinnentiere gliedern sich in 11 "Ordnungen", die ich kurz auflisten möchte:
- Araneida - die eigentlichen Spinnen, mit ca. 35000 Arten
- Amblypygida - Geisselspinnen, mit ca.100 Arten
- Pseudoscorpionida - Pseudoskorpione, mit ca. 3000 Arten
- Scorpionida - Skorpione, mit ca. 1500 Arten
- Uropygida - Geisselskorpine, mit ca. 180 Arten
- Schizomida - Zwerggeisselschwänze, mit ca. 80 Arten
- Palpigradida - Zwerggeisselskorpione, mit ca. 60 Arten
- Solifugida - Walzenspinnen, mit ca.840 Arten
- Opilionida - Weberknechte, mit ca. 4000 Arten
- Ricinulei - Kaputzenspinnen, mit ca. 50 Arten
- Acarina - Milben, mit ca. 30000 Arten
Die Ordnung der Skorpione gliedert sich in neun Familien (heute sind schon neuere Taxonomien, die von mehr Familien ausgehen, aufgestellt worden):
- Buthidae, ca. 600 Arten
- Scorpionidae, ca. 420 Arten
- Ischnuridae
- Diplocentridae, ca. 70 Arten
- Chactidae, ca. 140 Arten
- Vaejoridae, ca. 120 Arten
- Iuridae, ca. 19 Arten
- Bothrioridae, ca. 85 Arten
- Chaerilidae, ca. 23 Arten
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| Jungtier mit ca. 5 Wochen | Jungtier von Centruroides exilicauda |
Zusammengefasst werden die Familien immer nach Merkmalen, die diesen Familienangehörigen gemeinsam sind.Ebenso ist es mit dem übergeordneten Taxa.Je genauer ein Taxum wird, dest ähnlicher werden sich die Tiere.Eine "Gattung" vereinigt Tiere, die sehr eng miteinander Verwand sind und oft auch untereinander kreuzbar.Die "Art oder Species" beinhaltet Tiere, die genau gleiche Eigenschaften haben und untereinander ohne große Änderungen verpaarbar sind.Hier sei dies am Beispiel "Androctonus australis" demonstriert.(Gattungs - und Artennamen werden in der Wissenschaft übrigens immer kursiv geschrieben).
- Ordnung: Scorpionida
- Familie: Buthidae
- Gattung: Androctonus
- Art: australis
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| L.quinquestriatus mit Jungtieren | Jungtier mit Micro-Heimchen |
Wirkung der Toxine und Haltung verschiedener Arten
Wie bereits erwähnt gibt es über 1500 Arten von Skorpionen aber nur 28 davon sind für den Menschen gefährlich. Die Vergiftungen können leicht aber auch sehr stark sein und sogar Lebensbedrohlich werden. Wird man von einem Skorpion der weniger giftig ist gestochen treten nur leichte Symptome auf, wie z.B.lokale Schmerzen an der Einstichstelle, eine leichte Rötung und Schwellung. Beim Stich wirkt der Stachel wie eine Injektionsnadel und das Gift wird blitzschnell injiziert. Stiche von stark giftigen Skorpionen haben meist folgende Auswirkungen, Schmerzen, Kreislaufprobleme, Lungenödeme, Muskelkrämpfe bis Muskellähmung, Durchfall, Erbrechen und verschwommenes sehen. Der Tod tritt durch Lungenödeme oder Kreislaufversagen ein.Wenn solche Vergiftungerscheinungen auftreten sollte man sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.Skorpiongifte greifen in der Regel das Zentrale - Nerven - System an und werden nur selten mit Antivenin behandelt. Es sei noch erwähnt das Allergiker mit einem anaphylaktischen Schock reagieren können der wenige Minuten nach dem Stich ausbrechen kann.Ist das der Fall kann nur noch der Notarzt helfen.
Haltung
Androctonus australis (Gelber-Sahara-Wüstendickschwanzskorpion)
Hierbei handelt es sich um einen der giftigsten Vertreter der gesamten Familie.Die Tiere sind zwar hochgiftig aber nicht aggressiv und daher auch einfach zu halten.Die Tiere sollten in einem 30x30x20 großen Wüstenterrarium bei Tagsüber 28°C und Nachts 10°C und einer Luftfeuchtigkeit von 40 - 50 % gehalten werden.Androctonus australis ist hellgelb bis lehmbraun und wird etwa bis zu 15 cm groß.Die Tiere sind reine Wüstenbewohner und sind nur Nachts aktiv , Tagsüber schlafen sie in selbstgegrabenen Höhlen.Selbst in Terrarien können sich die Tiere Höhlen graben, vorausgesetzt die Sandhöhe beträgt mindestens 10 cm.Die Tiere sollten einzeln gehalten und nur zur Paarung zusammengebracht werden.Die Männchen bleiben insgesamt gracilerund haben schmalere Pedipalpen als die weiblichen Tiere.Beim Männchen betragen die Kammzähne der Pektine 28 - 32 Stück, bei den Weibchen 23 - 29 Stück.
Pandinus imperator (Kaiserskorpion)
Pandinus imperator steht im WA - Anhang B und ist somit unter Schutz gestellt und benötigt einen Herkunftsnachweis sowie eine Registriernummer, ausserdem sind sie der Naturschutzbehörde des Wohnortes zu melden.Kaiserskorpione sind sehr sozial lebende Tiere die man in größeren Gruppen zusammenhalten kann.Die Tiere zählen zu den leicht giftigen Skorpionen deren Stich mit dem einer Wespe zu vergleichen ist.Der Kaiserskorpion sollte in einem "Regenwaldterrarium" gehalten werden.Bei folgender Haltung hatte ich gute Zuchterfolge: Eine Zuchtgruppe von 2,4 Tieren in einem 60x40x30 Terrarium bei Temperaturen von 24 - 27°C ,Nachts bis ca.18°C und einer Luftfeuchtigkeit von 60 - 80%.Im Frühjahr waren 2 Weibchen trächtig, bei einem waren es 11 und bei der anderen 18 Jungtiere.Die Jungtiere sind vollkommen weiß bis auf die schwarzen Augen und halten sich bis nach der ersten Häutung auf dem Rücken der Mutter auf.Der Kaiserskorpion gehört zu den größten Arten (bis 30 cm) und erreichen ein hohes Alter von bis zu 30 Jahren.





